Mehr Kreativität und Innovation im Unternehmen



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Mehr Kreativität und Innovation im Unternehmen Warum kreative Ideen immer wichtiger werden

Es ist zum Haare raufen: Schon wieder fällt die Werbung des Mitbewerbers durch eine total witzige Idee auf – voll kreativ. Wie machen die das bloss? Auf den ersten Blick scheint Kreativität höchst ungleich verteilt zu sein. Ein paar Wenige haben viel davon abbekommen. Doch Kreativität und Innovation im Unternehmen hängen von mehreren Faktoren ab und lassen sich durchaus beeinflussen.

Wer auf einem Stellenportal die aktuellen Jobinserate liest, stellt sofort fest: Viele Unternehmen suchen explizit kreative Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Kreativität steht nicht nur im Pflichtenheft von Werbern und Webdesignern. Auch der Customer Care Professional, der Tiefbauingenieur und sogar die Pflegefachperson sollen heute – wenn man den Stelleninseraten glaubt – besonders kreativ sein.

Das soziale Netzwerk LinkedIn analysierte für eine Studie Tausende Stellenausschreibungen. Demnach ist Kreativität für Unternehmen die Nummer eins unter den erwünschten Soft Skills der Mitarbeiter. Auf den ersten Blick erstaunt dieses Ergebnis. Mögliche Gründe liefert eine andere Studie von Adobe. Gemäss den Resultaten haben Unternehmen, die in Kreativität investieren, unter anderem eine höhere Mitarbeiterproduktivität, ein besseres Kundenerlebnis und zufriedenere Kunden.

Zündende Ideen statt Routineaufgaben

In Zukunft dürfte Kreativität im Arbeitsprozess noch bedeutender werden. Denn künstliche Intelligenz sorgt dafür, dass Maschinen und Roboter die Routineaufgaben in Unternehmen schneller und präziser erledigen als Mitarbeiter. Gleichzeitig steigert die technologische Innovation den Bedarf an menschlicher Kreativität, etwa zum Entwickeln neuer Geschäftsmodelle und Produkte.

So kommt eine Studie von McKinsey zur Arbeit 4.0 zum Schluss, dass die Automatisierung in Unternehmen von den Mitarbeitern vor allem mehr Sozialkompetenzen und Kreativität verlangt. Positiv formuliert: Die neuen Technologien schaffen für die Menschen wieder kreative Freiräume und fördert die Zeit zum Nachdenken. Kreative in Marketing und Kommunikation etwa können Marktrecherche, Datenbeschaffung und Datenauswertung vermehrt den schlauen Rechnern überlassen und sich ihrer Kernaufgabe widmen – zündende Ideen zu entwickeln.

Was bedeutet Kreativität?

Kreativität und Innovation im Unternehmen – dazu herrscht oft eine etwas verklärte Vorstellung. Manche Führungskraft versteht unter Kreativität, dass Mitarbeiter mit Hilfe von Phantasie etwas Neues, Unkonventionelles und Originelles entwickeln. Dabei fehlt aber ein wichtiger Punkt. Denn das Anderssein allein reicht als Merkmal für Kreativität noch nicht. Ideen müssen einen Nutzen schaffen und für andere Leute relevant sein, zum Beispiel ihren Bedürfnissen entsprechen und ihren Geschmack treffen.


Ob ein Bild oder ein Menü als kreativ beurteilt wird, liegt also nicht im Ermessen des Malers und des Kochs, sondern der Betrachter und der Gäste im Restaurant. Daher erfordert der kreative Prozess in Unternehmen immer auch eine Phase der Analyse und der Informationsbeschaffung. Denn letztlich soll eine kreative Leistung eine Aufgabenstellung lösen oder ein Bedürfnis befriedigen – allenfalls auch eines, das zuerst noch entwickelt werden muss.

Kreatives Umfeld schaffen

Wie die Studie von LinkedIn zeigt, erachten Unternehmen Kreativität als Soft Skill, als persönliche Fähigkeit oder Eigenschaft der Mitarbeiter. Die Wissenschaft hingegen sieht sie eher als Prozess oder als Werkzeug eines Prozesses, etwa eines Innovationsprozesses. Sie steht und fällt mit dem Umfeld: mit Firmenkultur, Organisation, Führungskräften, Mitarbeitern, Räumlichkeiten, zeitlichen Ressourcen und angewandten Instrumenten. Wie stark Unternehmen das kreative Potenzial ihrer Mitarbeiter ausschöpfen und fördern, beeinflussen sie also ganz direkt. Sie müssen ein kreatives Milieu schaffen, damit neue Ideen und Innovationen entstehen können.

Neurobiologisch betrachtet entwickeln sich Ideen, indem das Gehirn bestehendes Wissen und Impulse von aussen neu kombiniert. Neben Gehirnregionen, um sich zu konzentrieren, braucht es dazu genauso Regionen fürs geistige Umherwandern. Genau dieses Tagträumen ist wichtig für Kreativität. Deshalb entstehen die besten Ideen oft nicht im Büro oder im Sitzungszimmer eines Unternehmens, sondern beim Sport, unter der Dusche oder beim Autofahren. Und natürlich können kreative Prozesse auch im Schlaf oder beim Dösen weitergehen.

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Zusammenspiel von vier Faktoren

Dass einige Personen bei diesen Prozessen erfolgreicher sind als andere und häufiger von der Muse geküsst werden, wirft eine Frage auf: Was macht kreative Menschen aus, wenn Kreativität an und für sich keine persönliche Eigenschaft ist? Der Psychiater und Kreativitätsforscher Prof. Dr. Rainer M. Holm-Hadulla nennt in seinem Buch «Kreativität: Konzept und Lebensstil» vier Faktoren.

Kreativität ergibt sich demnach aus dem Zusammenspiel von Begabung, Wissen, Motivation und Persönlichkeitseigenschaften wie Nonkonformismus und Risikobereitschaft. Auch beim Faktor Motivation spielen persönliche Eigenschaften eine Rolle. Sind Neugier, Interesse, Ehrgeiz und Zielorientierung bei einer Person stärker ausgeprägt, fällt es ihr leichter, sich für kreatives Schaffen zu motivieren.

In Wissen investieren

Von den vier Faktoren, die Holm-Hadulla nennt, können Unternehmen vor allem das Wissen ihrer Mitarbeiter entwickeln und fördern. Es legt einen Grundstein für Kreativität. Denn Ideen entstehen dadurch, dass gespeichertes Wissen neu kombiniert wird. Je mehr Wissen vorhanden ist, desto einfacher funktionieren solche neuronalen Verknüpfungen. Der Wunsch nach Kreativität liefert Unternehmen also einen Grund mehr, in Weiterbildung und Fachwissen ihrer Mitarbeiter zu investieren.

Worin sich Kreativität und Innovation im Unternehmen unterscheiden

Umgangssprachlich werden die Begriffe «kreativ» und «innovativ» ähnlich verwendet. Doch ihre Bedeutung unterscheidet sich. Innovationen brauchen nicht zwingend kreativ zu sein. Im Gegenteil: Innovative Ideen wirken oft weder unkonventionell noch besonders originell, sondern ganz simpel. Bei der Kreativität hingegen ist die Originalität eine zwingende Anforderung. Zusätzlich sollte die kreative Lösung eines Unternehmens einen Nutzen schaffen.


Innovation verlangt noch mehr: Eine innovative Lösung muss nicht nur nützlich, sondern auch umsetzbar sein und sich vermarkten lassen. Als Teil des Innovationsprozesses überprüfen Unternehmen die Ideen auf ihre Umsetzbarkeit hin. Deshalb empfiehlt es sich, innerhalb der Prozesse für die Innovation solche Controllingtätigkeiten und die eigentliche kreative Arbeit organisatorisch zu trennen. Kurz gesagt: Kreativität kann dazu dienen, Innovation zu fördern, ist aber keine Bedingung dafür.