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Trotz Website-Relaunch in Suchmaschinen präsent

Unternehmen stecken oft viel Geld und Zeit in die Entwicklung einer neuen Webpräsenz – und vernachlässigen dabei nicht selten die Sichtbarkeit in Suchmaschinen nach dem Relaunch. Dies führt zu sinkenden Besucherzahlen, was einschneidende Folgen haben kann. Dies gilt insbesondere für einen Domainumzug, wenn also nicht nur einzelne, sondern sämtliche URLs ändern.

Stadtkarte mit Suchergebnissen auf Tablet.

SEO-Massnahmen vor dem Relaunch

Eine Neugestaltung des Internetauftritts kann die Sichtbarkeit in Suchmaschinen längerfristig positiv beeinflussen. Zum Beispiel, wenn die Site neu mobileoptimiert, die Performance besser und die Informationsarchitektur durchgängig ist. Oft bleiben die Besucher länger auf der Seite, weil diese durch ein zeitgemässes Design attraktiver und durch überarbeitete und erweiterte Inhalte relevanter ist. Diese so genannten Nutzersignale sind für Google nämlich ein wichtiger Hinweis auf die Qualität einer Seite. Doch trotz dieser positiven Effekte büssen viele Internet-Präsenzen nach dem Relaunch kurzfristig massiv an Sichtbarkeit ein. Dem können Website-Betreiber schon vor dem Relaunch entgegenwirken. Julia Diebold von Namics rät deshalb in ihrem Blogbeitrag zu vier SEO-Pflichtmassnahmen.

1. Konzeptioneller, technischer und inhaltlicher SEO-Review

Ein SEO-Review vor dem Relaunch verhindert, dass nach dem Livegang mühsame und mitunter kostspielige Korrekturen vorgenommen werden müssen. Dieser lässt sich in konzeptionelle, technische und inhaltliche Faktoren einteilen:

  • Konzeptionell ist wichtig, die interne Verlinkung aktiv zu fördern und Sackgassen zu vermeiden, multimediale Inhalte einzuplanen, die Seite für mobile Endgeräte zu optimieren und eine hohe Nutzerfreundlichkeit sicherzustellen.
  • Unter technische Faktoren fallen Themen wie eine sinnvolle URL-Struktur, das Integrieren einer XML-Sitemap (Auflistung der Webadressen auf der Site zum einfacheren Erfassen der Inhalte für Suchmaschinen), das Vermeiden von doppelten Inhalten respektive das Versehen mit den korrekten Tags, das Sicherstellen einer guten Performance, beispielsweise mit dem Tool Google Page Speed Insights und das Überprüfen der technischen Qualität mittels W3C-Validator.
  • Inhaltlich ist wichtig, relevante und nutzwertige Inhalte bereitzustellen, die H-Tags zum Markieren der Titel durchgängig einzusetzen und die Titel aussagekräftig zu gestalten, Seitentitel und Seitenbeschreibungen durchgängig zu texten, Bilder und Videodateien mit Alt-Texten zu hinterlegen und aussagekräftige Linktexte zu verfassen.

2. 301-Weiterleitungen einrichten

Oft gehen mit einem Relaunch auch Änderungen an URLs einher. Suchmaschinen und Nutzer müssen nach dem Livegang deshalb an den richtigen Ort geführt werden – dies geschieht mittels serverseitigen 301-Weiterleitungen. Der 301-Statuscode zeigt dem Webcrawler, dass eine Seite permanent an einem neuen Ort abrufbar ist und überträgt im Gegensatz zur temporären 302-Weiterleitung die Linkpopularität und den PageRank an die neue Seite. Als Vorlage für das Einrichten der 301-Weiterleitungen empfiehlt sich, eine Tabelle mit den wichtigsten alt-URLs zu erstellen und mit den neuen korrespondierenden URLs zu ergänzen.

3. Nutzerfreundliche 404-Fehlerseite erstellen

Trotz eines sauberen Redirecting (siehe Punkt 2) lässt sich kaum vermeiden, dass Nutzer oder Crawler nach einem Relaunch nicht auf die gewünschte Seite gelangen. Wichtig ist nun, Bounces zu vermeiden, dass also Besucher die Seite sofort wieder verlassen. Deshalb sollte die Fehlerseite im Design der Website gestaltet, der Nutzer um Verständnis gebeten und weiterführende Links – wenn möglich auf die ursprünglich gewünschten Inhalte – oder eine Suchfunktion sowie Kontaktmöglichkeiten angegeben werden. Für Suchmaschinen ist zudem die Integration des Status «404» im Header-Bereich wichtig. Nach dem Relaunch gilt es, die aktuellen Fehlerseiten zu identifizieren – beispielsweise mithilfe der Google Webmaster-Tools (Reiter «Crawling-Fehler» -> «Nicht gefunden») – und die Ursachen zu beheben.

4. Google Webmaster Tools nutzen

Die Google Webmaster-Tools gehören bei Relaunches zur Standardausrüstung. Auch hier ist wichtig, dass die Auseinandersetzung damit vor dem Livegang stattfindet. Zu den hilfreichsten Funktionen zählen Einstellungen zu Domain und Länderzuordnung, Einrichtung und Überprüfen von Sitemaps, Angaben zu Backlinks, Angaben zu interner Verlinkung, Überprüfung von Crawling-Aktivitäten und robots.txt für das Sperren gewisser Seiten.

Quelle: Blogbeitrag «Wieviel SEO braucht ein Website Relaunch?» von Julia Diebold, blog.namics.com

Die t3n-Domainumzugs-Checkliste

Damit Besucher den Weg auf die Site auch nach dem Relaunch finden, ist es am besten, wenn sowohl URL als auch Struktur der Website übernommen werden. Oft ist dies aber nicht möglich oder nicht sinnvoll. Mit der Checkliste von Andreas Lenz von t3n lässt sich der Trafficverlust eingrenzen.

  1. Neue Domain registrieren.
  2. Neue Domain in den Google Webmaster-Tools verifizieren und nach dem Launch Sitemaps dort einreichen.
  3. Trackingsysteme wie Piwik, Mint oder Google Analytis auf die neue Domain umstellen.
  4. Neue domainbezogene JavaScript-Codes für AdSense, AdScale und weitere Partner- oder Werbeprogramme generieren.
  5. Zonen und Codes des eigenen AdServers auf die neue Domain umstellen.
  6. Spezielle CMS-bezogene Extensions oder Plugins auf die Domain umstellen.
  7. Alle internen Links auf eigene Elemente und Inhalte nicht nur per Redirect umleiten, sondern komplett auf die neue Domainstruktur umstellen.
  8. Alle Links der alten Domain mit einer 301-Weiterleitung auf die neue Domain umleiten.
  9. Alle automatisiert verschickten Mails auf die neue Domain umstellen (Server-Stats, Bestellbestätigungen, Newsletter und ähnliches).
  10. Alle firmeninternen E-Mail-Konten und E-Mail-Footer auf die neue Domain umstellen.
  11. Feedburner-Konto auf die neue Domain umstellen.
  12. Domainumstellung bei Google News mindestens zwei Wochen vorher anmelden!
  13. Neue News Sitemaps für Google News erstellen.
  14. Alle in der Firma existieren Dokumente wie Stempel, Visitenkarten, Mediadaten, Briefpapier usw. auf die neue Domain umstellen.
  15. Liste mit Backlinks erstellen. Danach Blogger, Webmaster, Partner, Redakteure und Freunde darum bitten, die Backlinks auf die neue Domain umzustellen.
  16. Backlinks aus Wikipedia und anderen Wikis auf die neue Domain umstellen.
  17. Backlinks aus Profilen aller Mitarbeiter auf Web-2.0-Diensten wie Twitter, Xing, Facebook, MyOnID, Gravatar, Mister Wong, Mento, Flickr, Digg usw. umstellen.
  18. Alte Domain mindestens sechs Monate behalten und weiter redirecten.
  19. Broken Links suchen und fixen mit Tools wie z.B. Xenu oder dem Broken Link Checker.
  20. 404 und weitere Crawling-Fehler täglich über Google Webmaster Zentrale überprüfen und so schnell wie möglich fixen.

Quelle: «Checkliste: Die 20 wichtigsten Schritte beim Relaunch mit Domainumzug» von Andreas Lenz, t3n.de

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