Grundsätze für Marketing in bewegten Zeiten



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Grundsätze für Marketing in bewegten Zeiten

In bewegten Zeiten hält man gerne an Bewährtem fest. Im Marketing jedoch ist dies keine gute Strategie. Denn wer alte Zöpfe pflegt, statt neue zu flechten, läuft Gefahr, den Anschluss zu verpassen. Doch was müssen Unternehmen tun, um erfolgreich zu bleiben? Antworten haben wir im neu aufgelegten Werk «Marketing gegen den Strom» von Prof. Christian Belz und in der Megatrend-Dokumentation des Zukunftsinstituts gefunden.
Frau hat eine Virtual-Reality-Brille auf.

Trendadaption: Während es wichtig ist, gesellschaftliche und wirtschaftliche Trends rechtzeitig zu erkennen und zu adaptieren, ist es sinnvoll, nicht jedem neuen Marketingtrend hinterherzurennen, sondern Innovationen Zeit zu lassen, bis sie ausgereift sind.

Marketingwissen: Marketing war noch nie so komplex wie heute. Da braucht es einerseits Generalisten, die den Überblick behalten und erkennen, welche Massnahmen wichtig und richtig sind, und andererseits Spezialisten, die es verstehen, die komplexen neuen Disziplinen umzusetzen.

Crossinnovation: Manchmal lassen sich Ideen aus anderen Märkten aufgreifen und für den eigenen Markt adaptieren. Sich durch den Blick über den Tellerrand zu neuen Services und Lösungen zu inspirieren ist der bessere Weg, als sich immer nur an der Konkurrenz auszurichten.

Alleinstellung: Einzigartig zu sein, wird zunehmend schwierig. Statt krampfhaft Alleinstellungsmerkmale zu suchen und in der Kommunikation hervorzuheben, ist es wichtiger, ein solider, verlässlicher Partner zu sein, der die Bedürfnisse seiner Kunden ernst nimmt. Schliesslich sind auch Konstanz, Kompetenz und ein herausragender Service wichtige Differenzierungsmerkmale.

Ökologie: Menschen konsumieren gerne mit gutem Gewissen. Und so gewinnen E-Bikes, Bio-Produkte und sozialverträglich hergestellte Produkte genauso an Fahrt wie «grüne» Geldanlagen und der Handel mit Fair-Trade-Produkten. Wenn Sie einen echten Beitrag zu Umweltschutz und Ressourcenschonung leisten – sei es durch entsprechende Angebote oder durch eine nachhaltige Produktion – dann reden Sie darüber. Aber nur dann.

Angebot: Es ist in der Regel sinnvoller, auf einen Kernbereich zu fokussieren und innerhalb dieses Segments Vielfalt zu bieten. Wichtig ist, dass Produktvariationen unterschiedliche Bedürfnisse ansprechen und die Produkte und Tarifstrukturen klar und sofort verständlich sind.

Entscheidungsgrundlage: Gerade jetzt, wo sich das Informations-und Kaufverhalten der Menschen ständig ändert, muss der Marketingmix laufend überdacht werden. Glaubenssätze und Rituale verbauen den klaren Blick auf die Wirklichkeit. Reale Informationen, wie sie Eye Tracking, Testanlagen, analytisches CRM, Webanalysen oder auch Kundenbefragungen liefern, sind die bessere Basis für Marketingentscheide.

Kanalwahl: Klassische Push-Massnahmen wie TV, Plakate, Inserate schaffen es nicht mehr, Marken emotional aufzuladen. Dies geschieht heute durch Social Media, Suchmaschinen-, Guerilla-, Content-, Event-Marketing. Auch Direct-Marketing-Kampagnen, die auf die Bedürfnisse der Zielgruppen zugeschnitten sind, können einen emotionalen Bezug zur Marke schaffen. Ist dieser aufgebaut, findet auch klassische Werbung Beachtung.

Ehrlichkeit: Ehrlich zu kommunizieren, zahlt sich aus, denn wer Fehler zugibt, wirkt glaubwürdig. Und Glaubwürdigkeit ist das, was heute zählt. Überlegen Sie deshalb auch, ob Sie die Nachteile Ihrer Produkte für den Kunden wegreden oder lieber ehrlich kommunizieren möchten. Im Sinne von IKEA: Die Preise sind unschlagbar tief, weil der Kunde alles selber abholt und aufbaut.

Inboundmarketing: Kunden, die von sich aus mit Ihnen Kontakt aufnehmen, sollten Sie privilegiert behandeln. Ganz gleich, ob dies per Telefon, E-Mail, Twitter, Facebook oder Blogkommentar geschieht. Und auch unabhängig von deren Anliegen – ob Reklamation, Bestellung, Preisanfrage oder Auskunft.

Zielgruppen: Zwei Megatrends prägen das Zielgruppenmarketing: der «Female Shift» und die «Silver Society». Frauen sind heute ökonomisch unabhängig und folglich als Konsumentinnen auch in ehemaligen Männerdomänen wie Versicherungen, Geldanlagen oder Automobile wichtig. Durch den demografischen Wandel nimmt die Zahl älterer Menschen zu. Viele von ihnen sind konsumfreudig und verfügen über eine hohe Kaufkraft. Fragen Sie sich deshalb: Haben wir Angebote für diese wichtigen Zielgruppen? Und wenn ja, wie können wir sie erfolgreich ansprechen?

Mitarbeiter: Wer erstklassige Leistungen bieten will, braucht erstklassige und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und die findet, wer den Bedürfnissen der heutigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entspricht: flexible Arbeitszeiten, Home Office, Teilzeitarbeit, Job Sharing, flexible Pensionierung, Wertschätzung und ein gutes Arbeitsklima. Soziale Netzwerke bieten übrigens nicht nur Kunden die Möglichkeit, ihren Missmut zu verbreiten, sondern auch (ehemaligen) Mitarbeitern. Und: Bei einem Jobwechsel bleiben deren geschäftlich entstandenen Kontakte via Social Media bestehen. Das verleiht Mitarbeitern zusätzliche Macht.

Quellen:

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