Rhetorik-No-Gos



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10 Rhetorik-No-Gos

Der Schweizer Rhetoriktrainer Michael Oefner beobachtet hierzulande bei vielen Menschen einen Rhetorik-Komplex. Aus diesem Anlass hat er den Rhetorik-Ratgeber «In 20 Schritten zum Redeprofi» geschrieben. Seine 10 No-Gos geben einen kleinen Vorgeschmack auf das Werk.

Junger Mann steht am Rednerpult und hält eine Rede.

No-Go 1: Langweiliger Start

Die ersten Sekunden eines Auftritts entscheiden darüber, ob das Publikum aufmerksam zuhört oder gedanklich abdriftet. Verteilen Sie also keine akustischen Schlaftabletten, sondern wecken Sie Neugier. Fesseln Sie die Aufmerksamkeit des Publikums von Beginn weg, beispielsweise mit positiven Überraschungen oder Beispielen.

No-Go 2: Zu viele Informationen vermitteln wollen

Ob man fünf, zwanzig oder gar sechzig Minuten lang spricht: Am Schluss können sich die Zuhörerinnen und Zuhörer bloss zwei, drei Punkte merken. Darum ist wichtig, die Punkte, die das Publikum mitnehmen soll, auf ein Minimum zu reduzieren und die Essenz aus dem Vortrag am Schluss zusammenzufassen.

No-Go 3: Keine unerhaltenden Elemente bieten

Der moderne Alltag und die vielen medialen Inputs bringen es mit sich, dass die Aufmerksamkeitsdauer der Menschen stetig sinkt. Bauen Sie deshalb neben wertvollen Inhalten immer auch spannende Details, interessante Zitate, skurrile Fakten, witzige Bilder oder Ähnliches ein, um das Interesse des Publikums hoch zu halten.

No-Go 4: Fehlender Blickkontakt

Über den Blickkontakt wird Vertrauen und Glaubwürdigkeit aufgebaut. Dies ist nicht nur bei Alltagsgesprächen wichtig, sondern auch bei Vorträgen. Schauen Sie also Ihren Zuhörerinnen und Zuhörern bewusst in die Augen; fixieren Sie dabei jedoch nicht eine bestimmte Person.

No-Go 5: Zu wenig Sprechpausen

Durch regelmässige kurze Pausen strukturieren und portionieren Sie das Gesagte. Das Publikum kann die Informationen verdauen und sich für den nächsten Punkt bereitmachen. Bauen Sie also bei jedem Gedankenwechsel oder beim Einblenden einer neuen Folie bewusst Sprechpausen ein.

No-Go 6: Zuviel Text in Präsentationen

Statt das Publikum mit Textwüsten vom Gesagten abzulenken, ist es wirkungsvoller, die Worte mit Bildern zu unterstreichen. Mit solchen optischen Sinneseindrücken lassen sich zudem wunderbar Emotionen vermitteln.

No-Go 7: Präsentation als Handout verwenden

Eine Präsentation, die das Gesagte effektvoll illustriert, kann die Voraussetzungen eines optimalen Handouts nicht erfüllen. Denn dieses sollte selbsterklärend sein, während eine Präsentation möglichst wenig Text enthalten sollte. Entwickeln Sie deshalb Präsentation und Handout separat.

No-Go 8: Zum Schluss für die Aufmerksamkeit danken

Der oft gehörte Schlusssatz «Danke für Ihre Aufmerksamkeit» lässt immer den latenten Verdacht aufkommen, dass sich der Redner selbst bewusst ist, dass seine Worte eigentlich eine Zumutung waren. Ohne die lästige Danksagungsfloskel hallt der letzte Gedanke nach wie der letzte Paukenschlag bei einem Konzert.

No-Go 9: Keine Zeit zum Trainieren

Wenn die Zeit knapp ist, stehlen Sie sich zumindest ein paar Minuten, um den Anfang und den Schluss der Rede oder Präsentation laut durchzusprechen. Auf diese Weise werden diese beiden Stellen gut klappen – und das ist bekanntlich schon die halbe Miete.

No-Go 10: Sich gute Rhetorik nicht zutrauen

Jede Person, die kreative Reden halten und spannend präsentieren möchte, kann die dazu nötigen Fähigkeiten erlernen. Wichtig sind eine gute Vorbereitung, ein hoher Anspruch an den eigenen Auftritt sowie regelmässiges Üben.

Quelle und Buchtipp: «In 20 Schritten zum Redeprofi» von Michael Oefner, 1. Auflage 2013, Verlag SKV, ISBN 978-3-286-51083-8

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