Zahlenmenschen



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Zahlenmenschen ticken anders

Zahlenmenschen lieben es zu analysieren, kalkulieren, berechnen und haben immer eine Gleichung parat – sowohl bei ihrer Arbeit als auch im Umgang mit anderen Menschen. Sie hören auf ihren Verstand, sehen die Dinge sachlich, nüchtern, ziel- und ergebnisorientiert. Emotionen empfinden sie als störend und lassen sie lieber aussen vor. Dies führt oft zu Problemen im Umgang mit anderen Menschen.

Auf dem Tablett wird ein Diagramm angeschaut.

Beat Huber, Leiter Finanzen eines grösseren Unternehmens, ist ein solcher Zahlenmensch. Seine Stärke liegt in der klaren und systematischen Führung seiner Abteilung. Er ist leistungsorientiert, analytisch stark, objektiv in seiner Meinung und urteilt nach sachlichen Kriterien. Andere Menschen und soziale Kontakte interessieren ihn hingegen wenig. Er nimmt selten an gemeinsamen Kaffeepausen oder Mittagessen teil, ist ernsthaft, distanziert und erzählt kaum etwas von sich. Am Ende des Jahres stimmen die Zahlen, und auch fachlich hat er seinen Job tadellos gemacht. Aber wie geht es den Menschen in seinem Umfeld? Wie wirkt er als Führungskraft? Hat er seine Mitarbeitenden im Boot?

Unterschiedliche Wahrnehmung

Der Zahlenmensch, oder auch homo numericus, quantifiziert und berechnet nicht nur seine Aufgaben und Fakten, sondern er tut dies auch in Beziehungen und emotionalen Situationen – unbewusst und ohne böse Absicht. Sein Gegenüber, vor allem die Spezie Bauchmensch, empfindet dies oft als unsensibel, brüskierend oder gar arrogant. Der Zahlenmensch wird von anderen oft missverstanden, seine sachlichen Inputs falsch interpretiert. Diese spüren von ihm wenig Empathie und Interesse, fühlen sich nicht wahrgenommen und abgeholt. Das Ergebnis ist vorprogrammiert: Die unterschiedliche Wahrnehmung führt zu Problemen in der Kommunikation und macht beiden das Leben schwer.

Emotionen als Erfolgsfaktor

Obwohl korrekte Zahlen für ein Unternehmen unabdingbar sind, sollten Führungskräfte Emotionen nicht ignorieren, weder die der Kunden, noch die der Mitarbeitenden und auch nicht die eigenen, gelten sie doch heute als ein relevanter Erfolgsfaktor. Denn hinter den Zahlen eines Unternehmens stehen letztlich immer Menschen: jene, die die Strategie entwickeln, jene die etwas produzieren oder eine Dienstleistung erbringen und jene, die es kaufen.

Sozialkompetent führen ist lernbar

Nach dem Ansatz des sozialkompetenten Führens nach Psychologe Markus Furrer gibt es 12 Faktoren – von Beziehungsfähigkeit bis Wertebildung – im Umgang mit Menschen, welche für Führungskräfte besonders wichtig sind. Am erfolgreichsten sind jene Führungskräfte, welche neben einer guten Kommunikation in der Lage sind, Verstand und Gefühl zu integrieren. Ihnen gelingt es am besten, Situationen richtig zu interpretieren und angemessen zu reagieren. Je komplexer eine Situation ist, desto weniger lässt sie sich nur in Zahlen fassen, sondern wird von vielfältigen Einflüssen auf mehreren Ebenen geprägt, auch auf der emotionalen.

Tipps für Zahlenmenschen: Wahrnehmung, Empathie und Wertschätzung

Was kann der Zahlenmensch also tun, um Missverständnisse in der Kommunikation zu vermeiden? Da er nicht grundsätzlich gefühllos oder unsensibel ist, liegt ein erster Schritt darin, ein Gefühl dafür zu entwickeln oder zu schärfen, welche Reaktion in der jeweiligen Situation gefragt respektive angemessen ist. Hierfür braucht es Empathie, also die Fähigkeit, sich einzufühlen, Menschen und Situationen richtig einzuschätzen und sie zu verstehen. Dies ist auch laut Angelika Leder, Buchautorin und Coach für zahlenorientierte Topmanager, die wichtigste Kompetenz, die es für Zahlenmenschen zu entwickeln gilt. Aber auch Kontakt- und Beziehungsfähigkeit sind wichtig. Mitarbeitende brauchen Anerkennung und Vertrauen. Je besser sie ihren Vorgesetzen inklusive seiner Emotionen kennen und mit ihm auch ein gutes persönliches Verhältnis pflegen, je grösser ist ihre Bereitschaft, sich hinter ihn zu stellen und mitzuziehen.

Tipps für Zahlenmenschen

  • Sensorien entwickeln und schärfen: Wo liegt das Problem? Was möchte das Gegenüber wirklich? Die eigene Reaktionsweise darauf ausrichten.
  • Sich in die Situation anderer versetzen und deren Perspektive einnehmen: Warum sieht er die Dinge so, wie er sie sieht? Welches sind seine Beweggründe?
  • Mitarbeitende als Mensch ganzheitlich wahrnehmen und Wertschätzung äussern, Vertrauen aufbauen.
  • Zu den eigenen Emotionen stehen.
  • Bis zu einem gewissen Grad auch Persönliches von sich Preis geben.

Quellen: Buch «Wie Zahlenmenschen ticken» von Angelika Leder, Whitepaper «Kompetent führen» von Markus Furrer 

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