Kreativität steigern mit Brainstorming So fliessen die Ideen der Teilnehmenden im Kreativmeeting
Das Brainstorming ist sozusagen der Prototyp aller Kreativitätstechniken. Entwickelt wurde es von Alex Osborn, bekannt durch die ebenfalls von ihm stammende Osborn-Checkliste. Damit das Brainstorming zu guten Ideen führt, muss das Kreativmeeting gut vorbereitet und strukturiert durchgeführt werden. Heute hilft auch die KI beim Brainstormen.
Tipps für die Vorbereitung des Brainstormings
Ohne Vorbereitung läuft Ihr Meeting vermutlich so ab: Sie treffen sich mit der Gruppe, definieren ein Ziel und legen los. Doch statt eines reissenden Ideenflusses ist das Ergebnis ein dünnes Rinnsal. Oder die Stimmung in der Gruppe war irre gut, alle Teilnehmer haben viel gelacht und unzählige verrückte Ideen gesammelt, von denen sich aber der grösste Teil im Nachhinein als unbrauchbar erweist.
Um wirklich qualitativ hochwertige Ideen zu entwickeln, müssen Sie Probleme erkennen, die andere nicht sehen und diese von verschiedenen Seiten angehen, Inspirationen suchen und die Idee bis zum Ende durchdenken. So bereiten Sie sich optimal vor:
- Analysieren Sie das Problem genau respektive definieren Sie, nach welcher Lösung Sie suchen oder was Sie entwickeln oder kreieren möchten.
- Zerteilen Sie komplexe Problemstellungen in unabhängig lösbare Teilprobleme und behandeln Sie diese in separaten Brainstormings.
- Formulieren Sie aus der Problemstellung ein Ziel, am besten in Form einer Frage. Beispiel: Wie erreichen wir, dass Kundinnen und Interessenten den neuen Onlineshop nutzen?
- Ziehen Sie externe Informationen wie Studien, Trends, Vorgehen der Konkurrenz usw. hinzu.
- Schaffen Sie zu Beginn des Meetings eine gute Wissensbasis für alle Teilnehmenden, indem Sie das Problem präzis schildern, neue Produkte vorstellen, wichtige Trends aufzeigen usw. Technische Problemstellungen visualisieren Sie am besten mithilfe von KI, damit sie leichter verständlich sind.
Teamgrösse
5 – 7 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, auch alleine durchführbar
Teamstruktur
- Bilden Sie ein Team aus Personen, die mit der Problemstellung vertraut sind – idealerweise aus verschiedenen Fachgebieten.
- Auch externe Personen wie Werbefachleute, Kundinnen oder Lieferanten können wertvolle Impulse liefern.
- Je heterogener Sie das Team zusammensetzen (Geschlecht, Alter, Seniorität, Persönlichkeit etc.), desto grösser ist die Chance, dass ganz unterschiedliche Ideen entstehen.
Zeitbedarf
20 – 60 Minuten
Die 4 Regeln des Brainstormings
- Trennen Sie die Phase der Ideenfindung von der Phase der Ideenbewertung (keine Kritik).
- Hören Sie gut zu, greifen Sie Ideen Dritter auf und entwickeln Sie sie weiter.
- Seien Sie mutig genug, alle Ideen zu äussern, die Ihnen in den Sinn kommen, auch wenn sie sehr spekulativ und unfertig erscheinen.
- Legen Sie den Ehrgeiz ab, nur möglichst gute Ideen hervorbringen zu wollen und versuchen Sie stattdessen, möglichst viele Ideen zu produzieren – dann werden auch ausreichend gute darunter sein.
Wichtig: Achten Sie darauf, dass der Protokollführer die entwickelten Ideen nicht nur in Stichworten, sondern mit den kreativen Details festhält. Die Protokollführung und die Moderation sollte nicht dieselbe Person übernehmen.
- Vorbereitung: Schärfen Sie mithilfe von KI die Problemstellung.
- Ideenfindung: Stockt der Ideenfluss während des Brainstormings, gibt die KI neue Impulse. Nutzen Sie dabei die Möglichkeit, die sogenannte Temperatur des Modells zu erhöhen – die KI also unkonventionellen Output generieren zu lassen. Dadurch entstehen auch absurde oder sogar provokative Resultate. Das erleichtert Ihrem Team, aus dem gewohnten Denken auszubrechen.
- Protokollierung: KI bereitet sogar ein chaotisches Ideenprotokoll sauber auf, clustert die Vorschläge und verdichtet sie.
- Visualisierung: Für die Bewertung der vielversprechendsten Ideen können Visualisierungen hilfreich sein. Mit der KI sind sie rasch erstellt.
- Bewertung: Lassen Sie von der KI einen Kriterienkatalog zur Bewertung der Ideen generieren, der auf Ihre Problemstellung abgestimmt ist.
Mit diesen und weiteren Erleichterungen macht KI Ihr Brainstorming im besten Fall sowohl effektiver als auch effizienter. Sie funktioniert dabei nicht als Ersatz, sondern als Verstärker der menschlichen Kreativität.
Nutzen Sie unsere Tipps, um die KI richtig in Ihr Kreativteam zu integrieren.
Formen des Brainstormings
Brainstorming kann in verschiedenen Varianten durchgeführt werden. Beim anonymen Brainstorming zum Beispiel schreibt jede Person ihre Ideen zur Problemlösung auf einen Zettel. Die gegenseitige Anregung zur Ideenproduktion fällt hier weg. Danach entwickeln die Teilnehmenden die Lösungsansätze im offenen Gespräch weiter. Möglich ist auch, vor diesem Schritt die Zettel weiterzugeben, so dass jede Person die erhaltenen Ansätze zuerst während weniger Minuten für sich weiterentwickeln kann.