7 Tipps, wie Sie Trends aufspüren



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7 Tipps, wie Sie Trends aufspüren Mit Trendscouting Chancen am Markt frühzeitig erkennen

Einige Trends verschwinden rasch wieder. Andere verändern die Gesellschaft nachhaltig. So oder so: Trends dienen Unternehmen als Wegweiser für die Zukunft. Sie zu erkennen und schnell zu adaptieren, kann einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen. Diese 7 Tipps helfen beim Trendscouting.

1. Mehrere Personen ins Trendscouting einbeziehen

Stecken Sie Themen ab und verteilen Sie das Trendscouting auf mehrere Schultern. So tragen die Mitarbeitenden die Verantwortung fürs Scouting zu einzelnen Themen oder Technologien. Das Ziel besteht aber nicht darin, dass die Trendscouts möglichst viele Informationen sammeln. Es geht stattdessen darum, Impulse zu erhalten, konkrete Ideen fürs künftige Handeln zu erkennen und so die Innovation voranzutreiben.

2. Informationsquellen festlegen

Suchen Sie nach Informationsquellen, die bei Ihrem Thema besonders wertvolle Hinweise für neue Trends liefern. Treffen Sie eine Auswahl und nutzen Sie diese Quellen dann regelmässig. Unter anderem bieten sich die folgenden Informationsquellen an:

  • Kommunikationskanäle der Mitbewerber und von relevanten Start-ups
  • Branchenveranstaltungen und Fachmessen
  • Studien von Marktforschern und Trendforschern
  • Fach- und Wirtschaftspublikationen online und offline
  • Befragung von bestehenden und potenziellen Kunden via Blog, Social Media oder Onlineumfrage
  • Gespräche mit Experten innerhalb und ausserhalb Ihrer Branche
  • Austausch mit anderen Trendscouts in Ihrem Netzwerk
  • Digitale Analysetools wie Google Trends
  • Crowdsourcing-Plattformen wie Atizo, Jovoto oder Quirky

3. Megatrends erfassen

Seien Sie sich als Basis fürs Trendscouting der aktuellen Megatrends bewusst. Denn von ihnen gehen viele weitere Trends aus.

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4. Trends klassifizieren

Beurteilen Sie bei jedem neuen Trend Ihrer Analyse, ob er für Ihr Unternehmen relevant ist. Gruppieren Sie relevante Entwicklungen in soziokulturelle Trends, Konsumtrends und Modetrends.

Arten von Trends

Megatrends haben einen epochalen Charakter und können sich mehrere Jahrzehnte lang halten. Das entscheidende Merkmal zur Definition von Megatrends ist aber weniger ihre Dauer, sondern ihr Einfluss. Sie verändern nicht nur einzelne Segmente oder Bereiche des sozialen Lebens oder der Wirtschaft, sondern formen ganze Gesellschaften um und wirken weltweit. Beispiel: Digitalisierung.


Soziokulturelle Trends sind mittelfristige Veränderungsprozesse. Sie werden vom sich wandelnden Lebensgefühl der Menschen geprägt. Nach zehn Jahren oder mehr machen sie nächsten Trends Platz. Beispiel: Wellness-Trend, der immer mehr vom Selfness-Trend abgelöst wird.


Konsumtrends gehören zu den mittel- bis kurzfristigen Veränderungen. Sie machen sich vor allem in Konsum- und Produktwelten bemerkbar und verschwinden nach einigen Jahren wieder. Beispiel: «Geiz ist geil»-Mentalität.


Modetrends dauern als flüchtige, oberflächliche und häufig marketinggesteuerte Phänomene oft nur ein halbes Jahr lang. Beispiel: Crossbody-Tasche.

5. Beobachtung fokussieren

Wenn Sie für Ihr Unternehmen relevante Trends aufspüren, dann beobachten Sie den Markt mit diesem Fokus. Neben regelmässigen Internetrecherchen können Ihnen dabei unter anderem ein gezieltes Medienclipping, ein Social-Media-Monitoring und die Analysetools von Google als Lösung dienen.

6. Trends auf eigene Produkte adaptieren

Überlegen Sie sich bei den neuen Trends, die Sie erkennen, inwiefern sie die Nutzungssituation Ihrer Kundinnen und Kunden tangieren. Welche Auswirkung hat der Trend auf Ihr Geschäftsmodell, Ihre Produkte oder die eingesetzte Technologie? Zum Beispiel können Sie einem verstärkten Bedürfnis nach Sicherheit begegnen, indem Sie …

  • bei der Produktentwicklung besonders auf Sicherheit achten;
  • Ihre Garantieleistungen erweitern;
  • Ihre Produkte neutralen Qualitätstests unterziehen;
  • ins kontinuierliche Lernen investieren und die Mitarbeitenden besonders gut schulen;
  • Ihre Kunden gezielt über Sicherheitsfeatures Ihrer Produkte informieren.

7. In die Zukunft investieren

Neben den kurz- und mittelfristigen Adaptionen sollten Sie sich auch überlegen, was die Resultate des Trendscouting langfristig für Ihr Unternehmen bedeuten: Was können und müssen Sie heute tun, um übermorgen erfolgreich zu bleiben? Das erfordert zunächst möglicherweise beträchtliche Investitionen, etwa in neue Technik. Doch wenn Sie Ihre Ideen breit abstützen, reduzieren Sie später die Entwicklungskosten und können neue Produkte schneller entwickeln.

Quellen
  • «Trend Tools: Zukunft entdecken, Perspektiven finden, Chancen nutzen» von Ralph Scheuss
  • «10 Methoden, wie Sie Trends am Markt aufspüren» von Stephan Meyer
So funktioniert Trendforschung

Die Trendforschung wirft ihren Blick auf den Wandel der Lebenswelten von Menschen, also Veränderungen bei Motiven, Wünschen und Ängsten. Experten versuchen dabei, aktuelle soziokulturelle Verschiebungen zu erkennen, zu verstehen und in einen übergeordneten Kontext einzuordnen. Denn oft hängen neue Trends mit systemischen Veränderungen zusammen. So ist der Konsumtrend hin zu Bioprodukten eine Folge des soziokulturellen Trends eines umwelt- und ressourcenschonenderen Verhaltens. Dieser soziokulturelle Trend wiederum entsteht aufgrund der Knappheit im globalen Wirtschaftssystem. Bei der Trendforschung zählt daher einerseits ein breites Zusammenhangswissen im Sinne vernetzter Wissenschaft. Andererseits braucht es eine breite Datenbasis, etwa aus Medienbeobachtung, Dokumentenanalysen und Vergleichen. Denn seriöse Trendforschung beruht auf chronologischen Zahlenreihen.


Quelle: «Trendforschung – eine kleine Einführung» von Matthias Horx