Bewusste Körpersprache



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Körpersprache: Zehn Tipps für den Alltag

Kopfnicken, verschränkte Arme oder angehobene Augenbrauen: Wir senden ständig Signale an unser Gegenüber – wenn auch oft unbewusst. Sind Worte und Körpersprache nicht im Einklang, wirken wir unglaubwürdig. Denn der Körper lügt nie. Mit diesen zehn Tipps lernen Sie, wie Sie Ihre Körpersprache bewusster wahrnehmen und steuern können. Und wie Sie die Gesten Ihres Gegenübers deuten müssen.

Mann und Frau in einem Gespräch an einem Tisch

1. Beobachten Sie Ihre Mitmenschen aufmerksam.

Am Bahnhof, beim Coiffeur, im Restaurant, beim Fernsehen – Gelegenheit, das Verhalten anderer Menschen und deren Wirkung auf Sie zu beobachten und zu analysieren, bietet sich tagtäglich. Durch das Beobachten schärfen Sie Ihre Wahrnehmung von Mimik, Gestik und Körperhaltung.

Junger Mann mit Hut beobachtet die Strasse
Bildquelle Pexel.com

2. Werden Sie sich Ihrer Körpersprache bewusst.

Wenn Sie mit jemandem sprechen, richten Sie Ihre Aufmerksamkeit hin und wieder auf die eigene Körperhaltung, Blick, Gestik und Mimik. Zwar lassen sich die nonverbalen Signale dadurch nur bedingt steuern, denn unser Körper redet in seiner eigenen Sprache – oft unabhängig von unserem Willen. Doch: Je bewusster Sie sich (ver-)halten und bewegen, desto bestimmter wirken Sie.

3. Beachten Sie, dass die äussere Haltung die innere Haltung beeinflusst und umgekehrt.

Eine aufrechte, selbstbewusste Körperhaltung wirkt sich positiv auf die Stimmung aus. Die äussere Haltung beeinflusst also die innere. Und umgekehrt.

Junge Frau in Business Kleidung vor einer Wand mit aufgemalten Muskelarmen die für Kraft stehen

4. Wählen Sie die passende Kleidung.

Die Art, wie wir uns kleiden, wirkt sich auf Körperhaltung und Atmung aus. Wählen Sie auf jeden Fall Kleider, in denen Sie sich primär wohl fühlen und die der Situation angepasst sind. Das macht den Kopf frei für die wichtigen Dinge.

5. Respektieren Sie die Distanzzone Ihres Gegenübers.

Jedem Menschen ist ein individuelles Raumbedürfnis angeboren, das kulturabhängig variiert. Wer diese Zone überschreitet, löst Stress oder Ablehnung aus. Bei uns gelten nach Edward Hall folgende vier Distanzzonen:
0 – 40 cm = Intime Distanz: Partner oder Partnerin, Verwandte, sehr enge Freunde
40 cm bis 1,5 m = Persönliche Distanz: Kollegen beim Smalltalk auf der Strasse oder bei einer Party
1,5 m bis 4 m = Gesellschaftliche Distanz: etwa Kontakt zum Verkaufspersonal oder anderen Dienstleistern
ab 4 m = Öffentliche Distanz: Distanz bei Teamsitzungen oder bei einem Vortrag

6. Achten Sie auf Ihren Händedruck.

Legen Sie Ihre Hand ganz in die Hand Ihres Gegenübers. Dabei sollten Sie Ihre Hand parallel zu der des Anderen halten. Achten Sie darauf, dass Ihr Händedruck nicht zu lasch, aber auch nicht zu fest ausfällt.

Junge rothaarige Frau mit hochgezogener Augenbraue und fragendem Blick

7. Lernen Sie das Spiel der Augenbrauen zu lesen.

Wann immer wir etwas Neues und Interessantes sehen, heben wir die Augenbrauen. Und auch bei jedem sozialen Kontaktaufbau kommen die Augenbrauen in Bewegung. Was tun Sie zum Beispiel, wenn Sie in einiger Entfernung jemanden erkennen? Sie heben automatisch für einen kurzen Augenblick die Brauen um zu signalisieren: «Ich habe dich wahrgenommen.» Testen Sie die Wirkung Ihrer Augenbrauen vor dem Spiegel. Blicken Sie sich dazu einmal voller Wut, Freude oder Überraschung an.

8. Achten Sie auf die Kopfhaltung.

Allein durch Ihre Kopfhaltung vermitteln Sie mehr über sich, als Ihnen vielleicht lieb ist. Selbst kleinste Kopfbewegungen geben Aufschluss darüber, wie aufmerksam Sie einem Gespräch folgen. Beobachten Sie einmal die Kopfhaltungen bei einer Politsendung oder in einem Film. Wer zum Beispiel häufig nickt, stimmt dem Gesagten zu. Wer aber dauerhaft nickt, möchte selbst zu Wort kommen. Der seitlich geneigte Kopf hingegen ist ein nonverbales Signal, das den Gesprächspartner direkt auf der Gefühlsebene anspricht, ohne dass er sich dessen bewusst ist.

9. Bringen Sie bei festgefahrenen Verhandlungen Bewegung ins Spiel.

Ihre Verhandlung gerät ins Stocken, ein Gespräch scheint festzugefahren zu sein? Stehen Sie auf und reichen Sie Ihrem Gesprächspartner zum Beispiel eine Tasse Kaffee. Dieser Vorgang durchbricht ein festgefahrenes Gespräch, denn so muss Ihr Gegenüber die Hände öffnen und die körperliche Haltung verändern. Dadurch entsteht neue Bewegung, die Fronten sind nicht mehr ganz so starr.

Junge rothaarige Frau mit dem Kopf auf die Hände gestützt und einem verschmitzten Lächeln

10. Lächeln Sie öfter.

Kinder im Vorschulalter lächeln etwa 400 Mal, Erwachsene nur noch 15 Mal. Dabei hat ein Lächeln nicht nur eine positive Wirkung auf das Gegenüber, sondern auch auf die lächelnde Person selbst – zynisch-sarkastisches oder verlegenes Lächeln mit gesenktem Kopf einmal ausgenommen.

Die wichtigsten Signale und deren Bedeutung

 

Körpersignale Mögliche Bedeutung
direkter Blickkontakt
Selbstbewusstsein, Sicherheit, Interesse
ausweichender Blick Abneigung, Unsicherheit
vorgebeugter Oberkörper Interesse, Aufmerksamkeit
zurückgelehnter Oberkörper Ablehnung, Distanzwunsch, Selbstzufriedenheit
vor Brust verschränkte Arme Abwarten, Distanzwunsch
offene Armbewegungen Sicherheit, Wohlgefühl, Selbstbewusstsein
Hände geballt Wut, Zorn, Entschlossenheit
Hände in der Hüfte Entrüstung, Arroganz, Selbstsicherheit
Hände fest um einen Gegenstand Verkrampftheit, Nervosität
häufige Beinbewegungen Unruhe, Nervosität, Unsicherheit
übereinandergeschlagene Beine zum Gegenüber Hinwendung, Aufmerksamkeit
übereinandergeschlagene Beine vom Gegenüber weg Abwendung, Desinteresse
aufrechte (jedoch nicht steife oder starre) Körperhaltung Selbstbewusstsein, Sicherheit
Erhobene, gerade Kopfhaltung Selbstsicherheit, aber auch Arroganz 

Quelle:
«Setz dich doch anständig hin ...» Körpersprache – (Ohn-) Macht ohne Worte?» von Ruth Pink und «Körpersprache – Entschlüsseln Sie den geheimen Code» der Coach Academy

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