Gesunde Fehlerkultur



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So leben Sie eine gesunde Fehlerkultur

Fehler und Fehlentscheide passieren jedem. Entscheidend ist, wie man mit ihnen umgeht: vertuschen, tabuisieren, bestrafen oder aber daraus lernen? Die Investition in eine gesunde Fehlerkultur lohnt sich, denn ein konstruktiver Umgang mit den eigenen oder fremden Fehlern fördert ein gutes Arbeitsklima und wirkt sich positiv auf den Unternehmenserfolg aus.

Mann zerknüllt eine Seite Papier

Fehler vermeidet man, indem man Erfahrung sammelt. Erfahrung sammelt man, indem man Fehler macht.

Laurence Johnston Peter

Eine Verwechslung, ein Versprecher, eine falsche Auskunft, das versehentliches Löschen einer Datei: Fehler sind mühsam, peinlich und zeitraubend. Und dennoch gehören sie zum Arbeitsalltag wie der Schatten zum Licht. Nicht sie zu vermeiden sollte das oberste Ziel sein, sondern, aus ihnen zu lernen und das Gelernte für Prozessverbesserungen und Optimierungen zu nutzen. Das gelingt mit einer gesunden Fehlerkultur – sprich, einem lösungsorientierten Umgang mit Fehlern, Fehlerrisiken und Fehlerfolgen.

Das Modell «7 Säulen einer gesunden Fehlerkultur» zeigt auf, was die Voraussetzungen sind, um Fehlern positiv zu begegnen und sie sich zu Nutze zu machen.

Starke Fehlerkultur illustriert anhand von sieben Säulen

1. Gut statt perfekt

Ein falsch verstandener Perfektionismus kostet überdurchschnittlich viel Zeit und Energie und führt zu ineffizientem Arbeiten. Am besten orientiert man sich an Pareto-Prinzip, das besagt, dass man 80 Prozent der Ergebnisse in 20 Prozent der Zeit erreicht. Für die übrigen 20 Prozent der Arbeit werden die restlichen 80 Prozent der Gesamtzeit benötigt, diese sind also viel aufwändiger und sollten nur in den bedeutendsten 20 Prozent der Fälle (Präsentationen, wichtige Entscheidungen) zur Anwendung kommen.

Illustration des Paretoprinzip anhand zweier Säulen

2. Keine Angst vor Fehlern

Angst, Fehler zu machen, führt zu übertriebenem Sicherheitsdenken und verpassten Chancen. Sie lähmt die Kreativität und verhindert Innovationen. Wer kein Risiko eingeht, riskiert schliesslich Stillstand und Abstieg. Das gleiche gilt für Entscheide: Aus Angst, eine falsche Wahl zu treffen, und weil sich die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten die Waage halten, zögern wir Entscheide hinaus oder unterlassen sie. Dabei braucht es Entscheide, damit Arbeitsprozesse ins Rollen kommen.

15 «Entscheidungshilfen»: So wird die Wahl nicht zur Qual

  • Überlegen Sie, was Sie brauchen und wollen
  • Suchen Sie nach den Motiven hinter Ihren Bedürfnissen
  • Nehmen Sie sich genügend Zeit
  • Reden Sie über anstehende Entscheide – mit Kollegen oder Freunden
  • Ergründen Sie Ihre negativen Gefühle gegenüber dem Entscheid
  • Listen Sie pro und Kontra der verschiedenen Optionen auf
  • Vergleichen Sie die Nachteile: welche wiegen schwerer?
  • Visualisieren Sie eine Situation mit allen Vor- und Nachteilen
  • Wenige Entscheide sind endgültig: denken Sie nicht zu weit voraus
  • Lassen Sie sich nicht fremdbestimmen
  • Argumentieren Sie sachlich
  • Haben Sie Mut
  • Gehen Sie Kompromisse ein
  • Zweifeln Sie im Nachhinein nicht an ihrem Entscheid
  • Gestehen Sie sich Fehlentscheide ein

3. Schnelle Schadenbegrenzung

Je später ein Fehler korrigiert wird, desto grösser der Schaden. Statt Fehler auszusitzen ist es besser, damit zu leben, dass Fehler passieren und Entscheidungen falsch sein können. Zeigen Sie Ihre Hochachtung gegenüber jenen, die einen Fehler offen eingestehen und durch mutiges Handeln Schlimmeres verhindern. Wenn Sie selbst merken, dass sich Ihre Entscheidung als Reinfall entpuppt, ziehen Sie rechtzeitig einen Schlussstrich.

4. Entwaffnen Sie mit Ehrlichkeit

Gehen Sie offensiv mit eigenen Fehlern um, indem Sie Ihr Gegenüber mit einem ehrlichen Fehlereingeständnis entwaffnen, statt eine Sache zu vertuschen und so noch schlimmer zu machen. Werden Fehler rechtzeitig erkannt und zugegeben, kann der Schaden begrenzt werden.

Zwei Herren in Businesskleidung diskutieren zusammen

5. Lösungen statt Schuldige suchen

Schuldzuweisungen sind zwar menschlich, aber vollkommen unproduktiv. Sie richten die Aufmerksamkeit auf die Vergangenheit, die ohnehin nicht mehr geändert werden kann. In jeder akuten Krise sollte nicht der Schaden, der bereits eingetreten ist, im Mittelpunkt des Interesses stehen, sondern die Frage, wie dieser Schaden möglichst klein gehalten werden kann. Es braucht die Kreativität und das Engagement aller Beteiligter – gerade auch des Schadenverursachers –, um eine gute Lösung zu finden.

6. Sammeln Sie Erfahrungen – aber Sie jeden Fehler möglichst nur einmal

Ein Fehler bietet eine Chance zu lernen – diese Chance muss man nutzen. Geschieht dies nicht und passieren die gleichen Fehler immer wieder, dann sollten die Fehler Konsequenzen haben: Belohnen Sie Offenheit und Einsicht und bemessen Sie die Sanktionen am persönlichen Verschulden des Mitarbeitenden. Wenn Sie realisieren, dass Sie selbst einen bestimmten Fehler immer wieder begehen, dann sollten Sie nach den Ursachen suchen. Oft steckt hinter immer wiederkehrenden Fehlern ein tieferer Grund.

Vater und Sohn kochen gemeinsam

7. Seien Sie ein Vorbild

Wenn Sie in Ihrem privaten und beruflichen Umfeld für eine konstruktive Fehlerkultur eintreten wollen, dann müssen Sie dafür werben und offen mit eigenen Fehlern sowie grosszügig mit den Fehlern Ihrer Mitmenschen umgehen. Zeigen Sie sich versöhnlich statt nachtragend. Und zeigen Sie Stärke, indem Sie nicht nach Rechtfertigungen lechzen und verjährte Fehler ruhen lassen. Zeigen Sie sich wohlwollend und grosszügig. Seien Sie gewillt, zu verzeihen. Bewundernswert ist derjenige, der genug charakterliche Grösse besitzt, um Fehler abzuhaken und «Schwamm drüber» zu sagen.

Quelle: http://www.kreativesdenken.com/tipps/lebensgestaltung/denkmuster-aendern.html

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