Medienwandel



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12 Thesen zum Wandel der Medienwelt

Wie Menschen mit Informationen umgehen, hat sich durch Internet und Web 2.0 grundlegend verändert. Das hat tiefgreifenden Auswirkungen für Journalisten, Marketing- und PR-Fachleute. Mirko Lange, Spezialist für Social Media und Content Marketing, hat die Tragweite dieser Entwicklung in zwölf Thesen formuliert. Wir haben diese für Sie zusammengefasst.

Junge Menschen vor einer Wand mit Thema Vernetzung

These 1: Die Medienlandschaft wurde in den letzten zehn Jahren regelrecht umgewälzt. Social Media und das Finanzierungsproblem von journalistischen Inhalten sind nur Symptome eines massiven Wandels, wie Menschen Informationen konsumieren, mitteilen und austauschen.

These 2: Das Angebot an Informationen (Content) ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Die Aufnahmefähigkeit der Menschen ist jedoch nicht gestiegen. Das hat zu einem enormen Konkurrenzdruck unter Informationsproduzenten geführt.

These 3: Die Aufnahmefähigkeit an Informationen hat sich nicht verändert, aber die Art und Weise, wie Menschen Informationen konsumieren: Sie konsumieren kleine «Happen», die Aufmerksamkeitsspanne für einzelne Informationen hat sich extrem reduziert.

These 4: Google und vor allem Facebook sorgen für eine riesige Zersplitterung von Einzelthemen. Das macht es für die Menschen unmöglich, einem Thema konzentriert zu folgen.

These 5: Bis vor zehn Jahren waren es die Journalisten, die Angebot und Nachfrage regelten. Heute übernehmen zum grossen Teil Google und Facebook die «Informationsregelung» - und dies in einem nie gekannten Ausmass.

These 6: Die Selbstbestimmung und Demokratie wird uns nur vorgegaukelt. Unser Einfluss darauf, was wir lesen und wer uns liest, ist marginal.

Tisch voll mit Social Media Icons

These 7: Statt Menschen regeln heute Algorithmen die Nachrichten. Damit fehlt auch das Einordnen der Informationen mittels Kommentaren und Hintergrundberichten.

These 8: Like- und Fan-Zahlen trügen. Deren Wert gilt es kritisch zu überprüfen.

These 9: Informationsproduzenten müssen nach den Regeln von Google und Facebook spielen, wenn sie mit ihren Informationen durchdringen wollen.

These 10: Nach den Regeln der Grossen zu spielen, ist aufwändig. Der Platz an der Sonne ist hart umkämpft.

These 11: Facebook und Google bevorzugen die Grossen, weil Grösse ein Relevanzkriterium ist. Und so bekommt mehr Reichweite, wer schon Reichweite hat. Es findet keine Demokratisierung statt.

These 12: Journalisten haben, weil sie nach den Regeln der grossen Player spielen müssen, den Kampf um die Nachrichtenauswahl verloren.

Quelle: 12 Thesen zu den veränderten Mechanismen von Journalismus, PR und Marketing.

Mirko Lange ist Berater für die Themen Content Strategie, Content Marketing und Social Media und berät seit 20 Jahren Unternehmen in allen Fragen der Öffentlichkeitsarbeit, vor allem Online-Redaktion und Online-PR.

Mehr Infos zum Thema: Publisuisse-Studie Mediennutzung 2020: Mobil und flexibel

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